Es ist kurz nach 7:00 Uhr in Negreira. Als wir aus dem Fenster sahen, war der Mond knallrot. Es sah herrlich aus. Die Stadt schlief noch, alles war ruhig.
Als wir los gingen, war es noch sehr nebelig, aber das hat in Galicien nichts zu sagen. Meistens klart das Wetter noch auf. So liefen wir erst einmal los und gingen in das Café, in dem wir letztes Jahr auch schon einen Café con leche getrunken hatten, in der Hoffnung, dass es wieder Churros dazu gibt. Die gab es natürlich auch. Nun konnten wir los gehen.
Die ersten Kilometer hatten wir geschafft, aber die Sonne ließ noch auf sich warten. Man konnte sie bereits erkennen, doch der Nebel war noch hartnäckiger.
Wir liefen heute nicht den Hauptweg, sondern die Nebenstrecke, den Complimentario, der meistes viel schöner ist. Was er definitiv auch ist, denn hier ist man weg von der Straße und ganz alleine.
Aber auch dieser Weg führt wieder auf den Hauptweg und dann doch wieder an der Straße entlang, aber meist nicht lange. An der nächsten Abzweigung ging es wieder in den Wald.
Als wir am nächsten Ort vorbei kamen, hatten die Einheimischen einen Automaten aufgestellt, so dass durstige Pilger, aber auch Einheimische, sich hier erfrischen können.
Nach einer Weile auf dem Weg, kam uns eine Gruppe entgegen, die Becher in den Händen hielten mit Blaubeeren. Sahen die gut aus. Wir kamen an vielen Blaubeerbüschen vorbei und dachten, ach wie schön wäre es jetzt ein paar zu naschen. Zwischen einigen Büschen war ein Stand zu sehen, hier standen viele Becher mit Blaubeeren gefüllt, die man für eine Spende, Donatiwo, bekommen konnte.
Wir spendeten auch und nahmen uns jeder einen Becher mit. Die Kilometer purzelten und wir kamen an vielen Maisfeldern vorbei.
Nun kamen wir zu dem Stück Weg, den wir gerne überspringen wollten, aber diesen Berg, Monte Aro, müssen wir erzwingen. Im letzten Jahr. als wir oben ankamen, wurde applaudiert. Das fand ich irgendwie schön.
Es sieht sehr unscheinbar auf dem Bild aus, aber es ist sehr steil. Als wir oben ankamen, waren wir alleine. Wir setzten uns auf die Bänke und genossen für einen Augenblick die Aussicht.
Was für ein Weitblick, auch den See Encoro Da Fervenza konnte man von hier aus sehen. Inzwischen war es kurz nach 15:00 Uhr. Noch ein paar Kilometer, dann kommen wir wieder an der Bar CASA XALLEIRO Tienda-Cafetería vorbei. Hier trinken wir ein Bier oder Radler und versuchen eine Tortilla zu bekommen.
Wieder hatten wir Glück und bekamen die letzten beiden Stücken Tortilla. Nun war es nicht mehr ganz so weit, bis zu unserer Herberge. Der Weg änderte sich und nach Schotter kam wieder Asphalt. Wie liefen am Friedhof vorbei, der oberhalb des Ortes war, immer nah am Himmel.
Noch 38 km, bis Finisterre, laut dieses Wegsteines, aber für uns wird es dieses Jahr etwas mehr, denn wir gehen vorher über Muxia.
An unserer Herberge Albergue Ponte Olveira angekommen, konnten wir direkt auf unser Zimmer, und es war das gleiche wie im letzten Jahr. Das Abendessen war auch wieder sehr gut.

















